"Appelrath´s Knobeleien"
"Fußballknobelei" am 03. Februar 2009
Ergänzungen
Wir wollen die modifizierte „Golden Goal-Regel“, bei der es sich für eine Mannschaft lohnen kann, noch in der regulären Spielzeit ein Eigentor zu erzielen, durch ein Beispiel verdeutlichen. Wir stellen uns dazu vor, dass wir uns in der Vorbereitung zur Bundesliga-Saison 2009/10 befinden. Die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) hat den Ligapokal mit den drei Mannschaften Werder Bremen, Bayern München und Hamburger SV und mit verändertem Modus wieder eingeführt.
Jede Mannschaft soll auf neutralem Platz einmal gegen die jeweils beiden anderen spielen. Bei einem Unentschieden nach regulärer Spielzeit soll der Sieger in einer 30-minütigen Verlängerung ermittelt werden. Um die Spannung zu erhöhen, hat die DFL das „Golden Goal“ eingeführt. Ein Spiel, das in die Verlängerung geht, ist – wie bekannt – nach der „Golden Goal-Regel“ sofort beendet, sobald ein Spieler einer Mannschaft während der Verlängerung ein Tor erzielt hat. Da es also keine Unentschieden geben soll, stellte sich der DFL vor dem Ligapokal die Frage, wie Tore in der Verlängerung gezählt werden, denn für die Tordifferenz und damit die Tabellensituation und den Ligapokal-Gewinn könnte das ausschlaggebend sein, ein Ausscheiden wie bei einer k.o.-Runde gibt’s ja bei einem solchen Turniermodus nicht. Die DFL entschied sich dazu, „Golden Goals“ doppelt zu werten – ein 1:0 nach Verlängerung z.B. ginge also mit 2:0 Toren in die Tabelle ein.
Vor dem abschließenden Gruppenspiel – Werder gegen Bayern – sieht die Tabelle wie folgt aus (für einen Sieg gibt’s wie üblich drei Punkte für den Sieger und null Punkte für den Verlierer):
1. Werder mit 3 Punkten und 2:0 Toren
2. HSV mit ebenfalls 3 Punkten und 1:2 Toren sowie
3. Bayern mit 0 Punkten und 0:1 Toren.
Bayern muss also mit zwei Toren Unterschied gegen Werder gewinnen, um den Ligapokal zu gewinnen. Mitte der zweiten Halbzeit führt Bayern mit 2:0. Alles scheint auf den Ligapokal-Sieg der Bayern hinauszulaufen (für Werder-Fans natürlich eine schreckliche Vorstellung), bis sieben Minuten vor Schluss der Anschlusstreffer zum 1:2 für Werder fällt. Werder wäre bei diesem Spielstand Ligapokal-Sieger.
Da ein Tor in der Verlängerung doppelt zählt, stellt sich den Bayern-Spielern nun die Frage, in sieben Minuten das entscheidende 3:1 zu erzielen oder mit einem Eigentor zum 2:2 in die Verlängerung zu gehen. Das Eigentor brächte den Bayern also den Vorteil, 30 Minuten in der Verlängerung statt nur sieben Minuten Restspielzeit ohne Verlängerung zu haben, die Partie und damit den Pokal zu gewinnen. Demnach können die Bayern die Chance auf den Ligapokal-Sieg nur durch ein Eigentor in der regulären Spielzeit verbessern. (Kuriosität am Rande: Ein nach dem 2:2 erzieltes absichtliches Eigentor von Werder Bremen würde diese trotz 2:3-Niederlage wieder zum Ligapokal-Sieger machen, d.h. hier hätte Werder den direkten Vorteil aus einem Eigentor!)
Diesem fiktiven Ligapokal-Szenario liegt eine wahre Begebenheit zugrunde. Der Welt-Fußballverband FIFA hat im Jahre 1994 beim Shell Caribbean Cup mit der „Golden Goal-Regel“ experimentiert, mit den am Beispiel des deutschen Ligapokals beschriebenen Auswirkungen:
http://de.eurosport.yahoo.com/14072007/73/fussball-kurios-sturm-s-tor.html
http://de.youtube.com/watch?v=ThpYsN-4p7w
Wir wollen die modifizierte „Golden Goal-Regel“, bei der es sich für eine Mannschaft lohnen kann, noch in der regulären Spielzeit ein Eigentor zu erzielen, durch ein Beispiel verdeutlichen. Wir stellen uns dazu vor, dass wir uns in der Vorbereitung zur Bundesliga-Saison 2009/10 befinden. Die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) hat den Ligapokal mit den drei Mannschaften Werder Bremen, Bayern München und Hamburger SV und mit verändertem Modus wieder eingeführt.
Jede Mannschaft soll auf neutralem Platz einmal gegen die jeweils beiden anderen spielen. Bei einem Unentschieden nach regulärer Spielzeit soll der Sieger in einer 30-minütigen Verlängerung ermittelt werden. Um die Spannung zu erhöhen, hat die DFL das „Golden Goal“ eingeführt. Ein Spiel, das in die Verlängerung geht, ist – wie bekannt – nach der „Golden Goal-Regel“ sofort beendet, sobald ein Spieler einer Mannschaft während der Verlängerung ein Tor erzielt hat. Da es also keine Unentschieden geben soll, stellte sich der DFL vor dem Ligapokal die Frage, wie Tore in der Verlängerung gezählt werden, denn für die Tordifferenz und damit die Tabellensituation und den Ligapokal-Gewinn könnte das ausschlaggebend sein, ein Ausscheiden wie bei einer k.o.-Runde gibt’s ja bei einem solchen Turniermodus nicht. Die DFL entschied sich dazu, „Golden Goals“ doppelt zu werten – ein 1:0 nach Verlängerung z.B. ginge also mit 2:0 Toren in die Tabelle ein.
Vor dem abschließenden Gruppenspiel – Werder gegen Bayern – sieht die Tabelle wie folgt aus (für einen Sieg gibt’s wie üblich drei Punkte für den Sieger und null Punkte für den Verlierer):
1. Werder mit 3 Punkten und 2:0 Toren
2. HSV mit ebenfalls 3 Punkten und 1:2 Toren sowie
3. Bayern mit 0 Punkten und 0:1 Toren.
Bayern muss also mit zwei Toren Unterschied gegen Werder gewinnen, um den Ligapokal zu gewinnen. Mitte der zweiten Halbzeit führt Bayern mit 2:0. Alles scheint auf den Ligapokal-Sieg der Bayern hinauszulaufen (für Werder-Fans natürlich eine schreckliche Vorstellung), bis sieben Minuten vor Schluss der Anschlusstreffer zum 1:2 für Werder fällt. Werder wäre bei diesem Spielstand Ligapokal-Sieger.
Da ein Tor in der Verlängerung doppelt zählt, stellt sich den Bayern-Spielern nun die Frage, in sieben Minuten das entscheidende 3:1 zu erzielen oder mit einem Eigentor zum 2:2 in die Verlängerung zu gehen. Das Eigentor brächte den Bayern also den Vorteil, 30 Minuten in der Verlängerung statt nur sieben Minuten Restspielzeit ohne Verlängerung zu haben, die Partie und damit den Pokal zu gewinnen. Demnach können die Bayern die Chance auf den Ligapokal-Sieg nur durch ein Eigentor in der regulären Spielzeit verbessern. (Kuriosität am Rande: Ein nach dem 2:2 erzieltes absichtliches Eigentor von Werder Bremen würde diese trotz 2:3-Niederlage wieder zum Ligapokal-Sieger machen, d.h. hier hätte Werder den direkten Vorteil aus einem Eigentor!)
Diesem fiktiven Ligapokal-Szenario liegt eine wahre Begebenheit zugrunde. Der Welt-Fußballverband FIFA hat im Jahre 1994 beim Shell Caribbean Cup mit der „Golden Goal-Regel“ experimentiert, mit den am Beispiel des deutschen Ligapokals beschriebenen Auswirkungen:
http://de.eurosport.yahoo.com/14072007/73/fussball-kurios-sturm-s-tor.html
http://de.youtube.com/watch?v=ThpYsN-4p7w




