Das Haus des Hörens und der Hörgarten

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Haus des Hörens beschäftigen sich mit Hörforschung.

Obwohl das Ohr auf den ersten Blick sehr einfach aussieht, ist das Hören ein sehr komplizierter Vorgang, und es gibt einiges was man dazu erforschen kann.

Ein wichtiger Bereich im Haus des Hörens ist die Weiterentwicklung von Hörgeräten. Hörgeräte sind winzig kleine, moderne Hochleistungscomputer mit Lautsprecher und Mikrofon, die man bei Hörproblemen benutzt. Sie verändern den Schall – also alle Geräusche, die man hören kann – so, dass auch jemand mit schlechtem Gehör sie wahrnehmen kann. Das bedeutet, dass man leise Geräusche (zum Beispiel Vogelgezwitscher) lauter macht, aber laute Geräusche (zum Beispiel Straßenlärm) nicht, weil das den Benutzer stören würde. Es gibt viele Menschen, die schwerhörig sind. In Deutschland können etwa 15 Millionen Menschen schlecht hören.

Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich im Haus des Hörens ist daher die Entwicklung von Tests, mit denen man überprüfen kann, ob man noch gut hören kann. Es gibt zum Beispiel einen Hörtest über das Telefon (www.hoertest-per-telefon.de). Wenn du dort anrufst, kannst du herausfinden, wie gut du hörst. Bei dem Test hörst du Sprache (zum Beispiel die Ziffern 5 – 9 – 2) in einem Rauschen und mußt durch Drücken der Tasten des Telefons die verstandenen Ziffern wiederholen. Wenn du alles richtig verstanden hast, wird die Sprache leiser und der Test dadurch schwieriger. Wenn du falsche Antworten gibst, wird es lauter und dadurch einfacher. So findest du heraus, wie viel lauter Sprache sein muss als störender Lärm, damit du Sprache richtig verstehst.

Im Moment arbeiten die Forscher im Haus des Hörens daran, die tollen Technologien, die man in Hörgeräten schon seit langer Zeit benutzt, auch in andere Geräte, wie zum Beispiel Fernseher oder MP3-Player einzubauen. Dadurch kann man vielen Menschen, die bislang keine Hörgeräte benutzen, ein besseres Verstehen im Alltag ermöglichen. Dabei arbeitet das Haus des Hörens mit vielen anderen Kollegen im so genannten Auditory Valley zusammen.

Im Haus des Hörens befindet sich der weltweit einzigartige Kommunikationsakustik-Simulator. Das ist ein Raum, in dem man künstlich den Raumklang verändern kann. Man kann dort unterschiedliche Klänge "einstellen": So kann man dort hören, als wäre man in einer Bahnhofshalle, in einer Kirche oder in einem Konzertsaal. Die Wissenschaftler im Haus des Hörens untersuchen in diesem Raum zum Beispiel Hörgeräte, die auch in sehr unterschiedlichen Situationen funktionieren müssen. Wer den Raum einmal live erleben möchte, kann eines der Konzerte besuchen, die dort einmal im Monat stattfinden – die Musiker proben vorher welches ihrer Stücke ‚unter einer Brücke’ oder ‚im Kölner Dom’ am besten klingt: Ein ganz besonderes Konzerterlebnis.

Aber auch wenn es gerade kein Konzert gibt, lohnt sich ein Besuch des Haus des Hörens. Der Hörgarten ist täglich von 8 – 18 Uhr geöffnet. Dort kann man insgesamt zehn spannende Ausstellungsstücke zum Thema Hören erleben. Der Hörthron ist zum Beispiel ein sehr großes Hörgerät, in das man sich hineinsetzen kann. Es verstärkt alle Geräusche aus der Umgebung, so dass man Personen in großer Entfernung noch problemlos verstehen kann. Oder die Mittelohrpauke mit der man ‚Druckwellen’ erzeugen kann, die man noch in drei Meter Entfernung spüren kann. Mehr Infos dazu gibt’s unter www.hoergarten.de.

Wenn du mehr zum Thema Hören oder über die Forschung im Haus des Hörens erfahren möchtest, bist du herzlich eingeladen die Internetseiten der Institutionen im Haus des Hörens zu besuchen:

www.hoerzentrum.de
www.hoertech.de
www.auditory-valley.com
www.hoertechnik-audiologie.de
www.idmt.fraunhofer.de/de/hoer_sprach_audiotechnologie/index.htm
www.hausdeshoerens-oldenburg.de

Kalle Wonx
Spannendes Interview
Der Hörforscher Michael Buschermöhle hat den Wonx Fragen zu seinem Beruf beantwortet. Hier geht es zum Interview.