Die Zukunft unserer Küsten - Das Wattenmeer

Das Watt
Die Nordsee ist gar nicht so weit weg von Oldenburg. Wenn an der Küste Ebbe ist, zieht sich das Wasser ganz weit zurück. Nur einige Pfützen und Wasserläufe, die Priele, bleiben zurück. Das sieht immer etwas seltsam aus – zwischen den Pfützen und Prielen findet man Sand, ganz oft auch Schlick - mal härteren, zähen und mal ganz weichen, in den man tief einsacken kann. Diese Landschaft nennt sich Watt. Wenn das Wasser weg ist, kann man barfuss auf dem Wattboden, der ja eigentlich der Meeresboden ist, spazieren gehen und viele Lebewesen beobachten – Muscheln, Würmer und Krebse zum Beispiel, und Vögel, die sich dann leicht satt fressen können.

Forschen im Wattenmeer
Viele Forscher beschäftigen sich mit der Landschaft, aus der zweimal am Tag das Wasser verschwindet, eben dem Wattenmeer. Das sind solche, die sich zum Beispiel besonders gut mit Biologie, mit Chemie oder etwa mit Physik auskennen. Sie alle sind hier Meeresforscher. Und die wollen wissen, was sich im Wattenmeer tut: Was für Lebewesen sind im Wasser, welche leben auf oder sogar im Wattboden. Wer frisst wen? Was wird ausgeschieden, wie verändert sich dann etwa die Chemie im Watt? Was macht das Wetter dabei? Und wie passen wir Menschen da hinein? Es gibt ja direkten Einfluss, etwa durch Fischerei und Schifffahrt, aber auch indirekten: Düngen zum Beispiel die Bauern ihre Felder, dann kann von dem Dünger bei Regen etwas in die Gräben fließen. Und so kann er bei Ebbe dann über Entwässerungsgräben und Siele ins Watt gelangen. Oder es ist ganz trocken und windig. Ein Teil des Düngers wird zu Staub und ins Wattenmeer geweht. - Ist das viel oder wenig, und schadet das dem Wattenmeer oder hilft es ihm sogar? Solche und ähnliche Fragen stellen sich die Forscher.

Die Messstation im Wattenmeer

Am liebsten möchten die Wissenschaftler die ganze Zeit im Wattenmeer forschen. Aber mit einem Schiff geht das nicht immer. Manchmal ist es einfach zu stürmisch, oder im Winter friert plötzlich alles zu, und es gibt dicke Eisschollen. Damit man dann trotzdem das Wattenmeer untersuchen kann, haben sich die Forscher etwas ganz besonderes ausgedacht: Vor dem Südwestzipfel der Insel Spiekeroog hat man einen Turm gebaut. Dort sind ganz viele Messinstrumente drin und die Wissenschaftler können von dort aus - fast vollautomatisch - das Wattenmeer erforschen. Den ganzen Tag, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, das ganze Jahr. Was der Turm misst, verarbeiten Computer im Turm und funken es dann nach Spiekeroog. Per Telefonleitung kommen die Messwerte dann zur Universität Oldenburg. Und mit den Werten können die Wissenschaftler viele ihrer Fragen beantworten. Sie bekommen aber auch viele Anregungen zu ganz neuen Fragen. Und langsam bekommt man eine Vorstellung, wie die Zukunft der Küste aussehen könnte.

Die Messstation zum Anfassen
Für das Jahr der Wissenschaft haben wir uns etwas ganz besonders überlegt: Bis Ende Oktober holten wir diesen Messturm nach Oldenburg damit alle ihn mal angucken können. Zum echten Turm kann man nur mit einem kleinen Schiff fahren, auf das nicht viele Leute passen. Und es ist auch ein bisschen gefährlich, da hinauf zu klettern. Deswegen haben die Meeresforscher aus Oldenburg den Turm nachgebaut, mit etwas mehr Platz zum Hineingehen, dafür nicht ganz so hoch. Und der stand vor dem Kulturzentrum PFL. Die Forscher zeigten dort in verschiedenen Ausstellungen, woran sie arbeiten und was das Meer für die Menschen bedeutet.

Kunst im Wattenmeer
Das Wattenmeer war auch das Thema der Kunstausstellung im Sommer in der Artothek, direkt neben und über der Kinder- und Jugendbibliothek. Künstlerinnen und Künstler, Studentinnen und Studenten, Schülerinnen und Schüler haben viele Tage im Watt verbracht. Hier gab es viel zu entdecken und zu erfahren. Sie haben zum Beispiel Kunstwerke bei Ebbe aufgebaut und abgewartet bis die Flut kam.

Das Projekt ist leider schon vorbei. Wenn du Fragen zur Meeresforschung hast, schreibe einfach an die Wonx.
Kalle Wonx
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